Reihe: Antifaschismus und Geschlecht

11.03.2013

Vortrag und Diskussion mit der Trans*genialen F_antifa

Zurückschlagen, kaputtmachen, wegglitzern.

“Antifa heisst Angriff” ist eine altbekannte Parole der Antifa-Bewegung. Doch wer oder was wird da eigentlich angegriffen? Sexismus,Trans*feindlichkeit und Mackertum? Ausschlüsse innerhalb der Antifa-Szene? Oder am Ende doch “nur” der Nazi von nebenan?

Diesen und anderen spannenden Fragen widmen wir uns in einem kurzen Vortrag. Wir erklären, warum wir der Meinung sind, dass “Antifa” mehr bedeuten muss, als Nazis in ihren Handlungs-spielräumen einzuschränken. Wir erläutern, warum wir bei uns selbst anfangen müssen, wenn wir Diskriminierung bekämpfen wollen. Und wir betten unsere Arbeit ein in verschiedene historische Kämpfe. Anschließend möchten wir mit Euch unter anderem über folgende Fragen diskutieren: Inwiefern sind Emotionen ein wichtiger Antrieb für unsere Arbeit? Wie können wir uns gegenseitig Mut machen und uns gemeinsam gegen Diskriminierung innerhalb der Antifa-Szene und der Radikalen Linken wehren? Inwiefern können wir aus “Fehlern” und Widersprüchen lernen und diese Erfahrungen produktiv nutzen? Auf all diese Fragen haben wir keine abschließenden Antworten parat. Die kann es unserer Meinung nach auch gar nicht geben. Umso mehr würden wir uns deshalb freuen, mit Euch ins Gespräch zu kommen und Eure Antworten (und Fragen?) dazu zu hören.

Wann: 11.03.2014,  Uhrzeit: 19:30,  Wo: Sielwallhaus

 

20.03.2014

Vortrag mit Juliane Lange: Differenz und Gleichheit – Gechlechterideolgien in der Rechten.

Geschlechterideologien extrem rechter Frauen und ihre Anknüpfungspunkte

Als „Straßenkämpferinnen und Schreibtischtäterinnen“, als aktive Parlamentarierinnen wie als treusorgende Mütter kämpfen extrem rechte Frauen an der Seite ihrer männlichen Kameraden – und schaffen sich eigene Räume in einer nach wie vor männlich dominierten Szene.

Im Spagat zwischen traditionellen Rollenzuweisungen der Frau als Hüterin von Heim und Familie und dem eigenen Szene-aktivismus entwickeln sie unterschiedliche Positionen zur eigenen Rolle in extrem rechten Szenen. Anhand von Beispielen wirft die Veranstaltung einen Blick auf Selbstbilder und Geschlechterideologien extrem rechter Frauen. Ist deren völkisch-nationalistisches Denken kombinierbar mit modernisierten, an der Egalität der Geschlechter orientierten Positionen? Zeigen sich Anknüpfungspunkte an feministische Diskurse im Spannungsfeld von Positionen der Gleichheit und der Differenz? Und welche Herausforderungen ergeben sich hieraus für differenz- wie auch gleichheitsorientierte feministische Politiken?

Wann: 20.03.2014,  Uhr: 19:30,  Wo: Infoladen, St.Paulistr.

 

25.03.2014

Vortrag/Lesung mit Andrea Röpke

Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene

Seit einigen Jahren treten Frauen in der männer-dominierten Neonazi-Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsradikale Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene durchzusetzen.

Gestützt auf Insiderinformationen geben die beiden ausgewiesenen Kenner des rechtsextremen Milieus Andrea Röpke und Andreas Speit einen Einblick in das Innenleben dieser Szene. Sie schildern, wo völkische »Sippen« bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen, fragen, warum Politik und Verfassungsschutzbehörden diesem gefährlichen Treiben tatenlos zuschauen, und zeigen Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf.

Wann: 25.03.2014,  Uhr: 19:30,  Wo: Paradox, Bernhardstraße 10-12

 

29.03.2014

Workshop: Antifa und Männlichkeit 

Was ist überhaupt Männlichkeit? Was macht Antifa-Politik aus und wieso ist sie an so vielen Punkten besonders bei jungen Männern beliebt? Warum gibt es auch in der Antifa Unterdrückungs-verhältnisse? Die Gesprächs- und Entscheidungsstrukturen unddie Ausrichtung der Antifa-Politik gehören auf den antisexistischen Prüfstand. Wir reden über Symbole und Idole, um Tücken der alltäglichen Antifa-Arbeit, samt Heldentum und Revierverhalten. Unterdrückungsmechanismen schaffen sich aber nicht von selbst ab, nur weil sie vielfach in Diskussionen erkannt und benannt werden. Es geht also um die Entwicklung neuer Perspektiven und um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten. Antifa-Politik soll in dem workshop kritisch und solidarisch reflektiert werden. Wir werden gemeinsam Perspektiven für antisexistische Antifa-Politik entwickeln.

Wann: 29.03.2014,  Uhrzeit: 10-18 Uhr,  Wo:BDP Haus am Hulsberg,  Teilnehmer_innen Obergrenze: max. 20 

Verbindliche Anmeldungen Für den Workshop bitte an: FemRefbremen@riseup.net
Bei Erkrankung, Terminüberschneidungen etc. pp bitte unebdingt frühezeitig absagen, sodass gegbenfalls menschen auf der Warteliste nachrücken können.

 

8.04.2014

ANTIFASCHISTISCHER FRAUENBLOCK LEIPZIG STELLT SICH VOR

Warum soll die wertvolle Zeit des politischen Engagements mit Debatten über das Geschlechterverhältnis in der Antifa „verschwendet“ werden? Ist die Sache nicht wichtiger, als sich damit aufzuhalten? Und was hat das Geschlechterverhältnis überhaupt mit antifaschistischer Politik zu tun? Leider stehen solche Fragen immer wieder und erst dann im Raum, wenn Quotierungen in der Besetzung von Podien oder bei der ersten Reihe einer Demo eingefordert werden. Ausgehend von der Geschichte unserer Gruppe, also des Antifaschistischen Frauenblocks Leipzig wollen wir versuchen zu zeigen, dass es viel miteinander zu tun hat!

Die Gruppe hat sich als Reaktion auf und gegen geschlechtsspezifische Zuschreibungen gegründet. In den letzten Jahren hat sich zwar schon etwas in der Antifa verändert, aber dass feministische Politik zumeist immer noch als Nebenwiderspruch wahrgenommen und abgetan wird, gehört leider nicht dazu. Wir wollen mit euch diskutieren, warum das so ist und welche Strategien dagegen gerichtet werden können.

Wann: 8.04.2014,  Uhrzeit: 19:30,  Wo: Paradox, Bernhardstraße 10-12

 

10.04.2014

Janna Petersen – Rechtsextreme Erziehungsstile und die Herausforderungen für das pädagogische Handeln

Seit mehreren Jahren lässt sich beobachten, dass es eine zunehmende Anzahl junger Familien gibt, in denen sich die Eltern in die rechtsextreme Szene hinein orientieren. Kinder aus rechtsextremen Familien werden schon früh mit deren Ideologie und Lebenswelt vertraut gemacht. Vor allem Frauen nehmen in der neonazistischen Erziehung eine bedeutende Rolle ein: Rechtsextreme Frauen arbeiten in pädagogischen Einrichtungen oder engagieren sich als Mütter in Elternvertretungen.

Für das pädagogische Handeln stellt sich die Frage, wie mit Kindern aus rechtsextremen Familien gearbeitet werden kann.
In dem Vortrag wird es darum gehen, sich anhand von Beispielen über die Einflüsse rechtsextremer Erziehung zu informieren und Handlungsoptionen für die Zivilgesellschaft und insbesondere pädagogische Fachkräfte aufzuzeigen.

Wann: 10.04.2014,  Uhrzeit: 19:30,  Wo: Paradox, Bernhardstraße 10-12