Buchvorstellung: Kritik des Staatsfeminismus oder: Kinder, Küche, Kapitalismus, mit Lilly Lent und Andrea Trumann

Gewöhnt daran, die Politik der letzten Jahrzehnte als neoliberal zu begreifen, stutzt man angesichts der Reformen im Bereich der Familienpolitik, die in den letzten zehn Jahren angeschoben wurden. Es ist unsinnig, dem Staat vorzuwerfen, er schiebe die gesellschaftliche Verantwortung für Mütter, Väter und Kinder ins Private ab. Im Gegenteil: In den Ausbau der Kinderbetreuung und ins Elterngeld wird viel Geld investiert – mit der Begründung, dass Frauen damit leichter Karriere machen könnten und die Emanzipation von Frauen in großen Schritten voranschreite.
Wenn weibliche Autonomie von staatlicher Seite angestrebt wird, ist es allerdings ratsam, genauer zu schauen, was gemeint ist. Bei so viel Zuwendung von Seiten des Staates, dem man noch nie zutraute, individuelles Glück im Fokus seiner Bemühungen zu haben, scheint Misstrauen nicht verkehrt: Wie soll es denn aussehen, mein reformiertes Leben als Frau oder Mann? Und wird damit die Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht?
Wir wollen die aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen des Geschlechterverhältnisses diskutieren und herausarbeiten, welche Gründe es für den politischen Wandel geben könnte.

Lilly Lent lebt in Berlin und arbeitet dort als Lehrerin.
Andrea Trumann arbeitet als Sozialpädagogin und ist zurzeit in Elternzeit.

Am 20 Mai um 19:30, Infoladen Bremen

 

 

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