Moderne Hexenjagden. Eine Einführung

Riedel

Hexenjagden sind ein aktuelles Problem, sie fordern mehr Opfer denn je. Der Vortrag wird zunächst in Empirie und Diskurse der modernen Hexenjagden einführen. Fotos und Interviewfragmente aus Nordghana veranschaulichen konkrete Anklageverläufe. Hexereianklagen richten sich besonders häufig, aber nicht ausschließlich, gegen ältere Frauen. Eine Leitfrage ist somit, welche Rolle die Geschlechterverhältnisse (Exogamie, Polygamie, Misogynie) für Hexereianklagen im Allgemeinen und in Nordghana einnehmen. Tiefenpsychologische Ängste erklären die Dynamik und Universalität von Hexereivorstellungen. Wie aus den Ängsten auf lokaler Ebene Folter und Ordale legitimiert werden wird Felix Riedel aus seiner Forschung mit Hexenjagdflüchtlingen und Hexereistereotypen in ghanaischen Medien veranschaulichen.

Felix Riedel ist freischaffender Ethnologe (Dr. phil.) und freier Autor mit einem Fokus auf Kritischer Theorie. Er forscht seit über 10 Jahren über moderne Hexenjagden und befasst sich primär mit Gewaltanthropologie (Gruppengewalt, Djihadismus, Antisemitismus, Genozide) und Medien (insb. Propagandaforschung, Wahrnehmungsphilosophie und Kulturindustrie).

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

 

 

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