4.03-2014

Dritte Option? Nicht willkommen!

Zur Diskriminierung von Trans*Personen in der Arbeitswelt*

Transgeschlechtliche Menschen überschreiten die gesellschaftlich fest verankerte Einteilung aller Menschen in zwei Geschlechter, indem sie ihr Geschlecht verändern bzw. wechseln. Ihre Präsenz in der Öffentlichkeit hat sich zwar in den vergangenen Jahren stark erhöht – als Gäste in Talkshows, als Thema einer Vielzahl von Fernsehdokumentationen und zuletzt als High-Fashion-Models in New York. Dies sollte jedoch nicht mit Liberalität oder Akzeptanz verwechselt werden. Denn Trans*Menschen werden in aller Regel als ‚das Andere‘, ja Exotische dargestellt – eine Vorgehensweise, die vor allem der Versicherung der eigenen Normalität dient. Entsprechend gilt Transgeschlechtlichkeit bis heute offiziell als psychische Störung und somit erklärungsbedürftige Abweichung. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass Trans*Personen massiven Diskriminierungen ausgesetzt sind, nicht zuletzt in der Arbeitswelt: Trans*Personen sind überdurchschnittlich häufig von Arbeitsplatzverlust, Arbeitslosigkeit sowie Armut betroffen und arbeitensehr oft unter ihren Qualifikationen. Hinzu kommen diskriminierende Verhaltensweisen von Kolleg_innen und Vorgesetzten, beispielsweise Beschimpfungen, Outings vor Kund_innen, Ansprache mit dem früheren Geschlecht, störende Neugier, Belästigungen bis hin zu Gewalt. Dies sind Gründe, weshalb sich Trans*Personen immer wieder entscheiden, ihre Transgeschlechtlichkeit auf der Arbeit zu verbergen: Einerseits aus Angst vor Arbeitsplatzverlust, andererseits weil die Reaktionen auf ein Coming-out nicht selten negativ ausfallen.

In der Veranstaltung werden zunächst einige Grundlagen erläutert. Sodann soll es um Diskriminierungserfahrungen von Trans*Personen in der Arbeitswelt und anderen Lebensbereichen gehen. In diesem Zusammenhang wird auch die so genannte Mehrfachdiskriminierung eine wichtige Rolle spielen, also der Umstand, dass Menschen häufig wegen mehrerer Merkmale gleichzeitig diskriminiert werden – beispielsweise wegen ihres Migrationshintergrundes und ihrer transgeschlechtlichen Identität. Schließlich soll es auch um Interventionsmöglichkeiten und Widerstand gehen. Denn bei allen Schwierigkeiten haben Organisationen und Netzwerke von Trans*Personen in den letzten Jahren viele Erfolge errungen, sowohl auf der rechtlichen Ebene als auch was die gesellschaftliche Sichtbarkeit und Akzeptanz von Transgeschlechtlichkeit betrifft sowie den besseren Zugang zu Diskriminierungsschutz.

Wann: 4.03.2014
Wo: Bremer Gewerkschaftshaus (Beim HBF*)
Uhzeit: 19:00 Uhr, Bremer
Von: Veranstaltung von ADA (Antidiskriminierung in der Arbeitswelt)
Mit:  Jannik Franzen (Berlin), Dipl.-Psychologe, Mitbegründer von TransInterQueer e.V.,  Jonas Hamm, Vorsitzender von Trans*Rechte.V. (in Gründung), Mitarbeiterder Arbeitsstelle gegen Diskriminierung und Gewalt –Expertise und Konfliktberatung (ADE), Uni Bremen und Ulrike Schilling, Gewerkschaftssekretärin, ver.di, Bremen-Nordniedersachsen.

Mehr Informationen unter: www.ada-bremen.de

[Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Diskriminierung von Migrant_innen in der Arbeitswelt statt. Auf diese Weise möchten wir einen Beitrag zum besseren Verständnis von Mehrfachdiskriminierung leisten, also davon, dass Menschen häufig wegen mehrerer Merkmale gleichzeitig diskriminiert werden – beispielsweise wegen ihrer Herkunft und ihrer Geschlechtsidentität.]

Advertisements